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Einleitung

Gesundheitswesen: Mittelaufbringung, Mittelverteilung und medizinische Versorgung in Deutschland, Großbritannien und den USA 

 

Neubearbeitung
Stand: Januar 2011

Ansprechpartner: Bert Heinrichs
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I. Einleitung

Durch die enormen Fortschritte der Medizin und die zunehmende Alterung der Bevölkerung sind die Nachfrage nach medizinischen und Pflegeleistungen und die damit verbundenen Aufwendungen kontinuierlich angestiegen. Dies hat zum einen zur Folge, dass in den Industrieländern das Gesundheitswesen (siehe Modul Gesundheitswesen) in den letzten Jahrzehnten zu einem wichtigen Faktor der Volkswirtschaft geworden ist. Zum anderen hat es aber auch zur Folge, dass in vielen Ländern die Aufbringung und Verteilung von ausreichenden Mitteln für die Krankenversorgung, die Langzeitpflege und die Pflege von schwer behinderten und alten Menschen Schwierigkeiten bereiten und zu Problemen führen, die von großer politischer Bedeutung sind. Der Umgang mit diesen Problemen ist von Land zu Land verschieden und hängt von der Struktur des jeweiligen nationalen Gesundheitssystems (siehe Modul Gesundheitssystem) ab. Sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien und den USA sind in den letzten Jahren Reformen durchgeführt oder eingeleitet worden.

Um einem Verständnis der mit der Aufbringung und Verteilung der Mittel für die Gesundheitsversorgung verbundenen, grundsätzlichen Probleme näher zu kommen, bedarf es eines Blickes auf die Struktur mehrerer Gesundheitssysteme. Denn aufgrund der von Land zu Land unterschiedlichen Rechtstraditionen und historischen Entwicklungen haben sich sehr verschiedenartige Gesundheitssysteme ausgebildet. In grob schematischer Weise lassen sich drei Typen unterscheiden:

  1. Gesundheitssysteme, bei denen der Staat durch eine Rahmengesetzgebung für den Versicherungsschutz der Bevölkerung sorgt, wesentliche Grundsätze für die Aufbringung und Verteilung der Mittel festlegt und den Einfluss des Marktes begrenzt. Innerhalb des durch diese Gesetze festgelegten Rahmens werden wesentliche Einzelheiten durch Verhandlungen zwischen den beteiligten Akteuren festgelegt (Korporatistisches Modell, z.B. Deutschland, Schweiz);
  2. Gesundheitssysteme die weitestgehend in der Hand des Staates sind (z.B. Großbritannien, Schweden) und
  3. Gesundheitssysteme, bei denen der Staat einen eher zurückhaltenden Einfluss ausübt und dem Markt eine größere Rolle überlässt (z.B. USA).


Als Beispiele für diese drei unterschiedlichen Typen wird im Folgenden über die Gesundheitssysteme von Deutschland, Großbritannien und den USA berichtet. Dabei  stehen die Fragen des Zugangs zur medizinischen Versorgung sowie die Probleme der Finanzierung und der Ressourcenallokation im Vordergrund.

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