Ebenen der Makro- und Mikroallokation im Gesundheitswesen
Ebenen der Allokation im Gesundheitswesen
Im Blick auf die bei der Gesundheitsversorgung auftretenden ethischen Probleme der Mittelverteilung hat Tristam Engelhardt vorgeschlagen, vier Ebenen zu unterscheiden, auf denen unterschiedliche Entscheidungen zu treffen sind. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich dabei um eine gezwungene ("procrustean") Einteilung handelt, und dass die vier Ebenen nicht isoliert betrachtet werden können, sondern in Wechselwirkung stehen. Engelhardt unterscheidet:
- Makroallokation auf oberer Ebene: Auf dieser Ebene ergibt sich, wie viele Mittel insgesamt für das Gesundheitssystem zur Verfügung stehen oder, anders ausgedrückt, ein wie großer Teil des Bruttosozialproduktes eines Staates für Gesundheitszwecke verwendet wird;
- Makroallokation auf unterer Ebene: Hier entscheidet sich, welche Mittel (bzw. welcher Anteil am Bruttosozialprodukt) für bestimmte Ziele der Gesundheitsversorgung zur Verfügung stehen. Auf dieser Ebene wird auch darüber befunden, was grundsätzlich als medizinisch sinnvoll erachtet und finanziert werden soll und was nicht;
- Mikroallokation auf oberer Ebene: Hier wird entschieden, welche Form der Behandlung einem bestimmten Patienten zukommt bzw. welche Kriterien zugrunde gelegt werden, wenn bei bestimmten Formen der Behandlung, z.B. Transplantation, zwischen mehreren Patienten eine Auswahl getroffen werden muss; und
- Mikroallokation auf unterer Ebene: Hier wird im konkreten Einzelfall entschieden, welche Leistung der Patient erhält.
Engelhardt, H. T. (1986): The Foundation of Bioethics. Oxford University Press. Oxford; Seiten 344ff.
Varianten
- Ebenen der Makro- und Mikroallokation

