Medizinische Leitlinien
Medizinische Leitlinien
Medizinische Leitlinien sind systematisch entwickelte, wissenschaftlich begründete und praxisorientierte Entscheidungshilfen für die angemessene ärztliche Vorgehensweise bei speziellen gesundheitlichen Problemen. In Deutschland werden die nationalen Leitlinien durch die Zentralstelle der Deutschen Ärzteschaft zur Qualitätssicherung in der Medizin Externer Link beschlossen. Sie unterscheiden sich von den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses durch einen geringeren Grad von rechtlicher Verbindlichkeit.
Die Erstellung von medizinischen Leitlinien wirft schwierige methodische Probleme auf, und es gibt eine kontrovers geführte Diskussion über die Beziehungen zwischen ärztlichem Standard, Qualität der ärztlichen Behandlung, Leitlinien und Wirtschaftlichkeit der Versorgung sowie über die haftungsrechtliche Relevanz von Leitlinien und ihre Bedeutung für das Selbstverständnis des Arztes. Vgl. u.a.:
Buchborn, E. (1993): Ärztlicher Standard: Begriff - Entwicklung - Anwendung. Medizinrecht 11, 328-333.
Nagel, E., Fuchs, Chr. (Hg.) (1997): Leitlinien und Standards im Gesundheitswesen. Fortschritt in sozialer Verantwortung oder Ende der ärztlichen Therapiefreiheit? Deutscher Ärzte-Verlag, Köln.
Hart, D. (Hg.) (2000): Ärztliche Leitlinien. Nomos, Baden-Baden.
Hart, D. (Hg.) (2005): Ärztliche Leitlinien im Medizin- und Gesundheitsrecht. Nomos, Baden-Baden.
Ihle, J. (Hg.) (2007): Ärztliche Leitlinien und Sozialrecht. Nomos, Baden-Baden.
Taupitz, J. (2007): Verbindlichkeit unterschiedlicher Leitlinien. In: Arbeitsgemeinschaft Rechtsanwälte im Medizinrecht e.V. (Hg.): Dokumentation und Leitlinienkonkurrenz - die Verschriftlichung der Medizin. Springer, Berlin-Heidelberg.
Varianten
- medizinische Leitlinien

