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Rationierung im Gesundheitssystem

Rationierung im Gesundheitssystem

Unter Rationierung versteht man die vorübergehende oder dauerhafte Vorenthaltung notwendiger oder nützlicher medizinischer Leistungen. Man unterscheidet zwischen expliziter und impliziter Rationierung. Unter expliziter Rationierung versteht man den Ausschluss von Leistungen durch allgemein zugängliche Vorschriften, wie z.B. die in SGB V § 28 geregelte Begrenzung der zahnärztlicher Behandlung oder den in SGB V § 34 geregelten Ausschluss von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Implizite Rationierung liegt vor, wenn im Einzelfall durch den Arzt oder das Krankenhaus entschieden wird, ohne dass eine allgemein verbindliche Regelung vorliegt. Ein Beispiel für indirekte Rationierung wäre etwa das Verschieben einer medizinisch notwendigen Maßnahme aus Kostengründen auf ein späteres Quartal. Sowohl direkte als auch indirekte Rationierung haben vielfältige rechtliche und ethische Implikationen.

Die Fragen der Rationierung im deutschen Gesundheitswesen sind in den letzten 15 Jahren Gegenstand zahlreicher Veröffentlichungen gewesen, von denen hier nur einige wenige genannt werden können:

Uhlenbruck, W. (1995): Rechtliche Grenzen einer Rationierung in der Medizin. Medizinrecht 13, 427-437.

Feuerstein, G., Kuhlmann, E. (Hg.) (1998): Rationierung im Gesundheitswesen. Ullstein Medical, Wiesbaden.

Fleischhauer, K. (1999): Altersdiskriminierung bei der Allokation von Gesundheitsleistungen. Kritischer Bericht zu einer Diskussion. Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik 4, 195-252.

Kopetsch, Th. (2001): Zur Rationierung medizinischer Leistungen im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung. Nomos, Baden-Baden.

Gutmann, Th., Schmidt, V. H. (Hg.) (2002) Rationierung und Allokation im Gesundheitswesen. Velbrück Wissenschaft, Weilerswist.

Wille, E. (Hg.) (2003): Rationierung im Gesundheitswesen und ihre Alternativen. Nomos, Baden-Baden.

Giesen, R. (2004): Rationierung im bestehenden Gesundheitssystem. Zeitschrift für die gesamte Versicherungswissenschaft Heft 4, 557-581.

Isensee, J. (2004): Rationierung von Gesundheitsleistungen - Verfassungsrechtliche Maßstäbe der Kontingentierung. Zeitschrift für das gesamte Versicherungswesen. Heft 4, 651-673.

Marckmann, G., Wiesing, U. (2005): Implizite Rationierung im Krankenhaus – ethische Implikationen am Beispiel der DRG-Vergütung. In: Krukemeyer, M., Marckmann, G., Wiesing, U. (Hg.): Krankenhaus und soziale Gerechtigkeit,. Schattauer, Stuttgart.

Schöne-Seifert, B., Buyx, A.- M., Ach, J. S. (2006): Gerecht behandelt? Rationierung und Priorisierung im Gesundheitswesen. Mentis, Paderborn.

Huster, St., Strech, D., Marckmann, G., Freyer, D., Börchers, K., (2007): Implizite Rationierung als Rechtsproblem. Medizinrecht 25, 703-706.

Weimann, A. (2011): Gerechtigkeit als Maßstab für Priorisierung und Rationierung im Gesundheitswesen – Voraussetzungen für einen öffentlichen Diskurs. Pabst, Lengerich.

Eichhorn, A. (2011): Gerechte Rationierung durch Einführung einer Prioritätensetzung im deutschen Gesundheitswesen. Nomos, Baden-Baden.


Varianten

  • Rationierung im Gesundheitssystem
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