Forscher fordern längere Tierversuche
Forscher fordern längere Versuche an mit Gentech-Lebensmitteln gefütterten Ratten
Im Sommer 2010 erhoben Forscher die Forderung nach einer Ausweitung der bislang in der Regel 90 Tage durchgeführten Tests an mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln gefütterten Ratten.
So erklärte Professor Gilles Eric Séralini von der französischen Universität Caen, gründlichere Tests als die bisher üblichen seien notwendig, um Risiken ausschließen zu können. Er forderte die Fütterung von Ratten mit Gentech-Pflanzen über ihre gesamte Lebensspanne hinweg, also über einen Zeitraum von ca. zwei Jahren. Nur dann könne man erkennen, ob gentechnisch veränderter Mais, der beispielsweise ein Gift gegen einen bestimmten Schädling produziere, auch andere Lebewesen töte. Séralini hält es zudem für problematisch, dass die Untersuchungen zu gentechnisch veränderten Lebensmitteln von den Pflanzenherstellern selbst in Auftrag gegeben und die Rohdaten bislang geheim gehalten würden.
Kritik an der derzeitigen Testmethodik wurde auch durch die Agrarbiologin Angelika Hilbeck von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich laut. Hilbeck kritisierte die unrealistischen Bedingungen, unter denen viele Zulassungstests durchgeführt würden und nennt das Beispiel von mangelhaften Tests zur Wirkunsweise des Gifts einer Gentech-Pflanze auf Larven der Florfliege. So würden Wissenschaftler die Mehlmotteneier lediglich von außen mit der entsprechenden Substanz besprühen und an die Larven verfüttern, welche allerdings durch die Schale stechen und den Inhalt aussaugen, die Schalen und somit das Gift jedoch nicht fressen würden. Trotz dieser Schwäche hätten die Behörden diesen Versuch als Beweis dafür akzeptiert, dass das Gift für die Larven unschädlich sei.
Tests von Gentech-Essen. Forscher fordern längere Tierversuche. Taz.de-Artikel vom 30. Juni 2010 Online Version
Varianten
- Verlängerung der Tests

