Gen-Mais MON 863
Gen-Mais MON 863
Als MON 863 bezeichnet man eine von dem Saatgutkonzern Monsanto entwickelte gentechnisch manipulierte Maissorte. MON 863 ist aufgrund einer genetischen Veränderung, im Gegensatz zu normalem Mais, resistent gegen bestimmte Schädlinge. Da dem Mais im Labor das Bodenbakterium Bt (Bacillus thuringiensis) eingesetzt wird, kann dieser das so genannte Bt-Gift bilden, welches die Pflanze beispielsweise vor dem Maiswurzelbohrer, einem für den Mais schädlichen Käfer, schützt. Desweiteren enthält MON863 ein Antibiotika Resistenzgen.
Nach einem von Monsanto im Jahr 2002 durchgeführten 90-tägigem Fütterungsversuch mit Ratten wurde der Gen-Mais von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im Jahr 2004 als sicher bewertet und somit erlaubt. MON 863 wird in den USA und in Kanada angebaut. Als Futter- und Lebensmittel wird er außerdem in der EU, Australien, China, Japan, Mexico und den Philippinen verwendet.
Die Ergebnisse des 90-tägigen Fütterungsversuchs wurden von unabhängigen Wissenschaftlern der französischen Organisation CRIIGEN (Committee for Independent Research and Genetic Engineering) im Jahr 2007 erneut statistisch ausgewertet. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die statistischen Methoden, die Monsanto bei der erstmaligen Auswertung angewendet hatte, nicht genau genug waren, um die gesundheitsschädigenden Auswirkungen entdecken zu können. Bei ihrer erneuten Auswertung der Daten ermittelten die Forscher schädliche Auswirkungen von MON 863 auf Leber und Nieren. Im Vergleich mit Tieren, denen normaler Mais gefüttert wurde, konnten Unterschiede in der Zusammensetzung von Blut und Urin bei den Tieren festgestellt werden, denen der Gen-Mais verfüttert wurde (u.a. Blutfettwerte, Blutzuckerspiegel, Phosphor- und Natrium-Gehalt im Urin). Außerdem wurden bei der Neuauswertung der Fütterungsstudie anormale Veränderungen bezüglich Wachstum und Gewicht der Ratten bemerkt.
Aufgrund der Ergebnisse der neuen Studie wird der Verzehr des Gen-Maises MON 863 und auch die Verwendung als Futtermittel aktuell diskutiert. Ein globales Vermarktungsverbot wird von unterschiedlichen Seiten, so insbesondere von Greenpeace, gefordert.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nahm anlässlich der Veröffentlichung der CRIIGEN-Studie eine vergleichende Begutachtung beider Studien hinsichtlich der jeweils verwendeten statistischen Methoden vor. Sie kam zu dem Ergebnis, dass sich die Divergenzen in den Resultaten beider Studien nur aus einer unterschiedlichen Interpretation der zugrundeliegenden Daten ergab. Die Erhebung der Daten selbst durch Monsanto sei korrekt erfolgt. Die kritischen Befunde der CRIIGEN-Studie seien auf die Anwendung ungenauer statistischer Methoden zurückzuführen. Bei exakter statistischer Auswertung seien die Ergebnisse hinsichtlich aller untersuchten Parameter, insbesondere Wachstum und Gewicht, unauffällig. Die EFSA sieht daher keinen Anlass, die Zulassung von MON 863 aufzuheben.
Die Monsanto-Studie Online Version
Neuanalyse der Ergebnisse der Monsanto-Studie von unabhängigen Wissenschaftlern der französischen Organisation CRIIGEN Online Version
Erneute Analyse der EFSA Online Version
Varianten
- MON 863

