Parthenogenese
Parthogenese zur Gewinnung von Stammzellen
Mit dem Begriff Parthenogenese („Jungfernzeugung“) wird ein Verfahren der künstlichen Erzeugung von Embryonen bezeichnet, bei der sich der Embryo aus einer unbefruchteten Eizelle entwickelt. Es kommt hierbei nicht zur Verschmelzung von männlichem und weiblichem Erbgut. Vielmehr ist das gesamte Erbgut weiblichen Ursprungs. In der Natur kommt Parthenogenese bei einigen Insekten- und Reptilienarten (sehr selten Vögeln) vor, nicht aber bei Säugetieren. Auf künstlich induziertem Weg ist es jedoch gelungen, eine Parthenogenese in vitro einzuleiten und im Tierversuch, z. B. mit Mäusen und nicht-menschlichen Primaten, auch parthenogenetische Stammzellen zu gewinnen. Die ersten Stammzellen aus parthenogenetisch erzeugten menschlichen Embryonen wurden von dem Koreanischen Forscher Hwang und seinem Team gewonnen. Das Team war durch die Behauptung bekannt geworden, erstmals Stammzellen aus geklonten menschlichen Embryonen gewonnen zu haben. Diese Behauptung erwies sich als gefälscht, tatsächlich hatte das Team aber Partheno-Embryonen, auch Parthenogenoten genannt, erzeugt. Zwischenzeitlich ist es weiteren Forschergruppen gelungen, Stammzellen aus humanen parthenogenetisch erzeugten Embryonen zu isolieren, so dass das Verfahren heute als technisch machbar gilt. Unklar ist bislang jedoch, ob die so erzeugten Stammzellen auch dazu geeignet sind, implantiert zu werden.
Die Verwendung von Parthenoten zur Gewinnung von Stammzellen wird von vielen als ethisch weniger problematische Alternative zur Forschung an IVF-Embryonen eingeschätzt, da ihnen nach bisherigen Erkenntnissen das Entwicklungspotential über das Blastozystenstadium hinaus fehlt. Als problematisch gilt, dass bereits die Entwicklung des Verfahrens einen beträchtlichen Eizellenbedarf impliziert und mögliche Ergebnisse im Erfolgsfall allein Frauen als den Spenderinnen der Eizellen zugutekommen können.
Revazova ES, Turovets NA, Kochetkova OD, et al. Patient-Specific Stem Cell Lines Derived from Human Parthenogenetic Blastocysts. Cloning and Stem Cells 2007; 9:1-9.
Kim K, Ng K, Rugg-Gunn P, et al. Recombination Signatures Distinguish Embryonic Stem Cells Derived by Parthenogenesis and Somatic Cell Nuclear Transfer. Cell Stem Cell 2007; 1:346-352.

