Totipotenz, Pluripotenz
Totipotenz, Pluripotenz
Totipotenz, Pluripotenz In der Wissenschaft werden die Begriffe Totipotenz und Pluripotenz jedoch in verschiedener Bedeutung gebraucht. Auf der einen Seite wird unter Totipotenz die Entwicklungsfähigkeit einer Zelle zu einem ganzen, wohlgeformten Organismus verstanden. Zugleich wird Totipotenz auch als das Vermögen einer Zelle (z.B. ES-Zelle) sich an allen differenzierenden Geweben einschließlich der Keimbahn zu beteiligen, verstanden (Beier 2001, Heinemann 2005). Ein experimenteller Nachweis ist derzeit weder von vorhandener Totipotenz noch von ihrem Ausschluss möglich.
Da Stammzellen im Laufe ihrer Entwicklung sich immer weiter differenzieren, verlieren sie an Entwicklungspotential. So verlieren sie bald die Möglichkeit, sich in vollständige Organismen zu entwickeln, behalten aber zunächst das Potential, sich in sämtliche Gewebetypen des Körpers zu differenzieren. Dieses Stadium wird als Pluripotenz bezeichnet (Heinemann 2005). Unabhängig davon wird diskutiert, ob menschliche embryonale Stammzellen sich unter den Bedingungen der Zellkultur in totipotente Zellen umwandeln können (Denker 1999, 2003).
Denker, Hans-Werner (1999). "Embryonale Stammzellen." Ärztliche Nachrichten. 8: 2. Denker, Hans-Werner (2003). Totipotenz oder Pluripotenz? Embryonale Stammzellen, die Alleskönner. In: Deutsches Ärzteblatt (100)42, 2728-2730. Online-Version
Heinemann, Thomas (2000). "Klonierung menschlicher embryonaler Stammzellen. Zu den Statusargumenten aus naturwissenschaftlicher und moralphilosophischer Sicht." In: Ludger Honnefelder; Christian Streffer (Hrsg.). Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik 5: 259-276.
Heinemann, Thomas (2005): Klonieren beim Menschen. Analyse des Methodenspektrums und internationaler Vergleich der ethischen Bewertungskriterien. Berlin, New York: De Gruyter.
Einen Überblick über den Verlauf der frühen Embryonalentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der naturwissenschaftlichen Phänomene der Totipotenz und Pluripotenz gibt Beier:
Beier, Henning M. (2000). "Zum Status des menschlichen Embryos in vitro und in vivo vor der Implantation." Reproduktionsmedizin 16/5: 332-342.
Beier, Henning M. (2001). "Zur Problematik von Totipotenz und Pluripotenz." In: Bundesministerium für Bildung und Forschung. Humane Stammzellen. Perspektiven und Grenzen in der regenerativen Medizin. Stuttgart, New York: 55-70.
Varianten
- totipotente
- Potentialität
- Pluripotenz

