Sie sind hier: Startseite Im Blickpunkt Sterbehilfe Module Kritik an dem Begriff Sterbehilfe
Benutzerspezifische Werkzeuge

Kritik an dem Begriff Sterbehilfe

Kritik des Nationalen Ethikrats an der Bezeichnung "Sterbehilfe"

Der Nationale Ethikrat empfiehlt in seiner Stellungnahme von 2006 die Bezeichnungen aktive, passive und indirekte Sterbehilfe aufzugeben, da es sich um missverständliche und irreführende Begriffe handle. 

Insbesondere der Terminus "indirekte Sterbehilfe" wird kritisiert, da die Handlungen, die diese Bezeichnung umfassen soll, eine Hilfe zum Sterben gar nicht intendierten. Vielmehr gehe es um palliativmedizinische Maßnahmen wie Schmerzbehandlung und Sedierung, die mit dem Risiko einer durch sie hervorgerufenen Lebensverkürzung verbunden seien. Daher solle der Begriff "indirekte Sterbehilfe" durch "Therapien am Lebensende" ersetzt werden.

Weiterhin wird vorgeschlagen, das Unterlassen bzw. Abbrechen lebensverlängernder Maßnahmen als "Sterbenlassen" zu bezeichnen, da es sich in manchen Fällen um ein aktives Eingreifen handelt (z.B. das Entfernen einer Magensonde), was durch den Ausdruck "passive Sterbehilfe" nicht deutlich werde.

Schließlich wird angeraten statt von "aktiver Sterbehilfe" von "Tötung auf Verlangen" zu sprechen.

Kapitel 4 der Stellungnahme des Nationalen Ethikrats von 2006. Online Version


Varianten

  • Sprachgebrauchs
  • Therapien am Lebensende
Artikelaktionen