Biozentrismus
Vertreten wird der Biozentrismus (griech. bios: Leben) z.B. von Paul W. Taylor und Hans Jonas. Beide argumentieren teleologisch (auf ein Ziel ausgerichtet), indem sie allen Lebewesen zusprechen, dass sie nach Selbsterhaltung und Reproduktion streben, also darauf aus sind, ihre natürlichen Lebensziele zu erfüllen. Jonas zufolge ist jedes Lebewesen in sich zweckhaft und damit wertvoll. Der Mensch muss dann so handeln, dass er seiner Verantwortung allen Lebewesen gegenüber gerecht wird und ihr Gedeihen gemäß ihren artgegebenen Strebenszielen befördert wird.
Fenner, D. (2022). Einführung in die Angewandte Ethik (S. 176–183). Narr Francke Attempto Verlag. https://www.doi.org/10.36198/9783838559025
Bruckner, M., Kallhoff, A. (2018). Biozentrismus. In J. S. Ach & D. Borchers (Hrsg.), Handbuch Tierethik. Grundlagen – Kontexte – Perspektiven (S. 161–166). J. B. Metzler. https://doi.org/10.1007/978-3-476-05402-9_27
Krebs, A. (2016). Naturethik im Überblick. In A. Krebs (Hrsg.), Naturethik. Grundtexte der gegenwärtigen tier- und ökoethischen Diskussion (S. 337–379, insb. 342–364). Suhrkamp. https://www.suhrkamp.de/buch/naturethik-t-9783518288627
Jonas, H. (1988). Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation. Suhrkamp. https://www.suhrkamp.de/buch/hans-jonas-das-prinzip-verantwortung-t-9783518429549
Taylor, P. W. (1986). Respect for Nature. Princeton University Press. https://press.princeton.edu/books/paperback/9780691150246/respect-for-nature?srsltid=AfmBOopbK6PrRUBXzQMA8R87orw-RKRCUVqLeHb3fp-iaJVqYV634Tv4
Taylor, P. W. (1981). The Ethics of Respect for Nature. Environmental Ethics 3 (3), 197–218. https://doi.org/10.5840/enviroethics19813321