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Im Blickpunkt

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Die Kurzinformationen Im Blickpunkt ermöglichen besonders dem interessierten Laien einen raschen Überblick über die Debatte zu einem aktuellen bioethischen Thema. Die auf einer ersten Ebene dargestellten (medizinisch-naturwissenschaftlichen, ethischen und rechtlichen) Aspekte und Argumente werden durch zusätzliche Informationen zu einzelnen Begriffen oder Zusammenhängen auf einer weiteren Ebene ergänzt.

Wer noch intensiver in ein Thema einsteigen möchte, wird über zusätzliche Links zu weiterführenden Informationen geführt (z. B. einschlägige Gesetzestexte oder Richtlinien im Volltext); zudem können zum Thema Literaturrecherchen in BELIT oder Recherchen zu Forschungseinrichtungen und Forschungsprojekten in BEKIS durchgeführt werden.

 

Biodiversität
Mit Biologischer Vielfalt / Biodiversität werden drei Ebenen der Vielfalt bezeichnet: die Vielfalt der Arten, der in den Lebewesen enthaltenen genetischen Informationen sowie von Ökosystemen oder Lebensräumen; zu der Untersuchung der Biodiversität gehören sowohl quantitative als auch qualitative Parameter. Weltweit ist eine Bedrohung der Biodiversität zu verzeichnen (z.B. durch die Zerstörung von Ökosystemen oder Bedrohung von Arten). Zur Diskussion steht, wie menschliches Verhalten zur nicht-menschlichen Natur begründet werden kann und welcher Wert der Natur beigemessen werden kann. Die moralische Debatte im Feld der Biodiversität bezieht sich damit vor allem auf einen möglichen Schutzanspruch der Natur gegenüber dem Menschen. mehr
Forschung mit humanen embryonalen Stammzellen
Humane embryonale Stammzellen (ES-Zellen) sind – aus frühen Embryonalstadien durch die Zerstörung des Embryos gewonnene – Stammzellen, die für die klinische als auch die Grundlagenforschung genutzt werden. Untersucht wird, wie sich ES-Zellen kultivieren, differenzieren, gewinnen und für Ziele wie z.B. Therapien nutzen lassen. Die Diskussion dreht sich um die Frage, ob dieses Verfahren als Mittel zur Erreichung solcher Ziele ethisch vertretbar ist bzw. ob und in welchem Ausmaß mögliche moralische Schutzansprüche des Embryos verletzt werden. In Deutschland darf ausschließlich an importierten ES-Zellen geforscht werden. mehr
Forschungsklonen
Unter Forschungsklonen werden verschiedene Techniken der Gewinnung von genetisch identischen Embryonen eigens zum Zwecke der Forschung verstanden. Hierbei wird der erzeugte Embryo zerstört, um auf diese Weise embryonale Stammzellen zu gewinnen, die z.B. für die Entwicklung von Therapien genutzt werden. Die Diskussion dreht sich um die Frage, ob dieses Verfahren als Mittel zur Erreichung solcher Ziele ethisch vertretbar ist bzw. ob und in welchem Ausmaß mögliche moralische Schutzansprüche des Embryos verletzt werden. Das Forschungsklonen ist in Deutschland verboten. mehr
Gentechnisch veränderte Lebensmittel
Durch den Einsatz gentechnischer Verfahren wird versucht, die landwirtschaftliche oder biotechnologische Herstellung bestimmter Nahrungs- und Futtermittel oder auch bestimmter Zusatzstoffe effizienter zu gestalten oder in einer bestimmten Qualität oder Quantität überhaupt erst zu ermöglichen. In ethischer Perspektive wird nicht nur über eine angemessene Ziel-Mittel- sowie Risiko-Nutzen-Analyse diskutiert, sondern auch darüber, welche kulturanthropologische Bedeutung Nahrungsmittel für den Menschen haben und wie er durch den gentechnischen Eingriff in die ihn umgebende Natur eingreift. Von juristischer Seite gibt es, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, klare Vorschriften, die die Zulassung, Kennzeichnung und Patentierung gentechnisch veränderter Lebensmittel regeln. mehr
Medizinische Forschung mit Minderjährigen
Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat die medizinische Forschung zur Entwicklung einer Vielzahl von therapeutischen, diagnostischen und präventiven Verfahren geführt. Auch in der Pädiatrie (Kinderheilkunde) hat dieser Fortschritt seinen Niederschlag gefunden. Dennoch fällt die Bilanz der Neuentwicklungen in diesem Bereich, verglichen mit anderen Gebieten der Medizin, deutlich bescheidener aus. mehr
Organtransplantation
Als Transplantation wird in der Medizin die Verpflanzung von Organen, Körperteilen, Geweben und Zellen zu therapeutischen Zwecken bezeichnet. Seit langem besteht ein deutliches Missverhältnis zwischen der Anzahl von Menschen, die auf ein Spenderorgan warten und auf einer entsprechenden Warteliste sind, einerseits und der Menge der verfügbaren Organe andererseits. Dieser Umstand, der auch dazu führt, dass Anreize für Organhandel im Ausland bestehen, gibt immer wieder aufs Neue Anlass, die regulativen Rahmenbedingungen für die Organspende kritisch zu überprüfen. mehr
Patientenverfügungen
Unter einer Patientenverfügung wird nach allgemeinem Verständnis die Willenserklärung eines entscheidungsfähigen Menschen verstanden, die dieser für den Fall abfasst, dass er nicht mehr in der Lage ist, bestimmten medizinischen Maßnahmen zuzustimmen oder diese abzulehnen. Gegenstand einer Patientenverfügung kann sowohl die Unterlassung oder Begrenzung als auch die Vornahme bestimmter medizinischer Handlungen sein. mehr
Prädiktive genetische Testverfahren
Prädiktive Gentests leisten bei der Früherkennung von therapierbaren Krankheiten einen wichtigen Beitrag. Gleichzeitig sind mit ihrer Anwendung ethische, rechtliche und soziale Probleme verbunden. Seit 2009 ist die Anwendung prädiktiver Gentests in Deutschland durch das Gendiagnostikgesetz geregelt. In ethischer Perspektive steht aber nach wie vor zur Diskussion, wie mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung, dem Recht auf Nichtwissen und dem Recht auf Wissen der einzelnen Person umzugehen ist. mehr
Präimplantationsdiagnostik (PID)
Präimplantationsdiagnostik (PID) ermöglicht vor der Einpflanzung eines Embryos in die Gebärmutter eine Selektion aufgrund bestimmter Merkmale im Erbgut. Es stellt sich deshalb die ethische Frage nach dem Schutzanspruch des Embryos. Nach herrschender Meinung verbietet das deutsche Embryonenschutzgesetz die PID. In anderen europäischen Ländern dagegen ist nicht nur eine krankheitsspezifische PID rechtlich möglich, sondern eine Auswahl aufgrund anderer Merkmale. mehr
Sterbehilfe
Zu der kontroversen Diskussion um Suizidhilfe haben in Deutschland zahlreiche Institutionen und Gremien umfassend Stellung genommen. Unterschieden wird zwischen passiver Sterbehilfe, indirekter (aktiver) Sterbehilfe, direkter (aktiver) Sterbehilfe und Beihilfe zur Selbsttötung. Mit Hilfe dieser Kategorien soll zwischen ethisch rechtfertigbarem Handeln einerseits und solchem, das unter das Tötungsverbot fällt, andererseits unterschieden werden. Rechtlich greift mangels spezialrechtlicher Regelungen das Strafgesetzbuch - anders als in anderen europäischen Staaten, in denen zum Teil auch aktive Sterbehilfe erlaubt ist. mehr
Tierversuche in der Forschung
Tierversuche werden unter anderem zur Erforschung von physiologischen Prozessen, zur Entwicklung von Produkten und Therapieverfahren und zur Überprüfung der Produktsicherheit durchgeführt. Das deutsche Tierschutzgesetz sieht vor, dass der geplante Tierversuch unerlässlich für das Erreichen des anvisierten Versuchszwecks sein muss und die Belastungen der Versuchstiere im Hinblick auf die Hochrangigkeit des Versuchszwecks ethisch vertretbar sein müssen. Dazu muss gefragt werden, ob und inwiefern der menschliche Nutzen tierisches Leiden und Sterben rechtfertigt. Dies hängt entscheidend davon ab, welcher moralische Status Tieren im Vergleich zum Menschen zugesprochen wird. mehr
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